Pressefotos

Fotorechte: © Michael Reinecke, München
Foto auf Anfrage mit Auflösung 3821 x 5729 verfügbar

Fotorechte: © Jakob Schad, München
Foto auf Anfrage mit Auflösung 4527 x 6791 verfügbar
Konzertfotos
Fotos: Countertenor-Solo in L. Bernsteins Chichester Psalms im Joseph-Keilberth-Saal in der Philharmonie Bamberg, mit dem Chor und Orchester der
Universität Bamberg, Leitung: Wilhelm Schmidts, Juli 2025


Fotos: Haydns Schöpfung mit italienischem Text (ital. Fassung) in Florenz & Lomello mit dem Chor und Orchester des Collegio Borromeo,
Leitung: Marco Berrini, Oktober 2025





Opernfotos
Oper (November 2023)
Partie: Harlekin
Der Kaiser von Atlantis
von Viktor Ullmann
Die Uraufführung dieser Oper in Theresienstadt wurde 1944 kurz vor der Premiere von den Nationalsozialisten verboten, da die Ähnlichkeit zwischen Kaiser Overall und Hitler zu offensichtlich war. Ullmann und sein Librettist Peter Kien wurden kurz darauf in Auschwitz ermordet.
Die Oper ist ein Akt des geistigen Widerstands. Dass der Tod am Ende als „Erlöser“ auftritt, der den Krieg beendet, indem er den Kaiser als erstes Opfer fordert, war in der Situation der Konzentrationslagerhäftlinge in Theresienstadt eine unglaublich mutige Botschaft.
Die Rolle des Harlekin repräsentiert das Leben, das Lachen und die Erinnerung an bessere Zeiten. Er ist aber in der Welt des Kaisers müde und lebenssatt geworden. Er sehnt sich nach dem Tod, der ihm jedoch verweigert wird.
Fotos: © Andreas Herold









Oper (Juli 2022)
Partie: Male Chorus
The Rape of Lucretia
von Benjamin Britten
Der Male Chorus in Benjamin Brittens Kammeroper nimmt (zusammen mit seinem weiblichen Gegenstück, dem Female Chorus) eine absolut zentrale, aber auch höchst ungewöhnliche Rolle ein. Obwohl sie "Chorus" heißen, handelt es sich jeweils um Solostimmen (Tenor und Sopran), die das Geschehen auf der Bühne aus einer distanzierten Perspektive kommentieren. Sie fungieren als eine Art "menschlicher Vorhang" und bilden auch den größten gesanglichen Anteil.
Sie leiten die Akte ein, überbrücken Zeit- und Ortswechsel und geben den Rhythmus und die Stimmung der Erzählung vor, ähnlich einem Evangelisten in Bachs Passionen, nur mit einer völlig anderen Tonsprache.
Obwohl der Male Chorus ein Beobachter ist, bleibt er nicht immer distanziert. Er schlüpft oft in die Köpfe der männlichen Protagonisten und artikuliert die dunklen Triebe und die rücksichtslose Entschlossenheit des Täters (Tarquinius).
Der Male Chorus weiß bereits, wie die Geschichte endet, und erzeugt dadurch tragische Ironie. Er leidet aber auch mit den Figuren mit, besonders in den Momenten der Gewalt (Vergewaltigungsszene, Suizid von Lucretia).
Die Darstellung des Male Chorus stellt für mich bis heute eine der erfüllendsten und exzellentesten Opernerfahrungen dar, die ich in meinem Schaffen als Sänger erleben durfte:
Unsere Regisseurin Katharina Thoma wollte eine gewisse Distanz zur grauenvollen und hochdramatischen Geschichte der Vergewaltigung der Lucretia (510 v. Chr.) erzeugen. So fungierten in dieser Inszenierung der Male und der Female Chorus als Lehrpersonen, die mit einer Klasse von Studierenden (darunter alle anderen Figuren) die Ereignisse (wie eine Schultheaterinszenierung) nachstellen. Dieses Vorhaben gerät allerdings aus den Fugen und alle Beteiligten lassen sich zu sehr von der Handlung mitreißen und verlieren sich in ihren Charakteren.
Die Ernsthaftigkeit und Dramatik, das Anleiten und Kommentieren der Charaktere, die Struktur und die fordernde Gesangspartie und die geniale Musik in dieser Oper gefielen mir außerordentlich gut. Der Applaus und das Feedback von außen stellen für mich bis heute einen großen persönlichen Erfolg dar.
Fotos: © Andreas Herold









Oper (Dezember 2021)
Partie: Eurimedes
Orpheus - oder die wunderbare Beständigkeit der Liebe
von Georg Philipp Telemann
Eurimedes ist als klassischer Vertrauter und enger Freund des Protagonisten Orpheus konzipiert. Er ist aber auch Tröster in der Trauer.
Die Darstellung des Eurimedes war für mich etwas besonderes:
Unsere Regisseurin erweiterte das eigentlich rein freundschaftliche Bündnis zwischen Orpheus und Eurimedes. So wird sich Eurimedes in dieser Inszenierung bewusst, dass er echte Gefühle der Liebe für Orpheus entwickelt und damit seine geschlechtliche Identität hinterfragt. Er will Orpheus gefallen und beginnt daraufhin Frauenkleider zu tragen und sich zu schminken. Als Orpheus aber immer tiefer und wahnhafter in die Unterwelt hinabsteigt, um seine Geliebte zu retten, erkennt Eurimedes die Sinnlosigkeit seiner Bemühungen und zerreißt aus Frust sein Kleid und beklagt seine wechselhaften Gefühle und unerfüllten Hoffnungen.
Fotos: © Andreas Herold




Szenischer Abend (Juli 2021)
Duett "Pur ti miro"
aus L’incoronazione di Poppea
von Claudio Monteverdi
Die Botschaft des Duetts aus Monteverdis letzter Oper ist – für damalige Verhältnisse – moralisch durchaus provokant: Die ehrgeizige Poppea hat es geschafft, den römischen Kaiser Nerone (Nero) so zu manipulieren, dass er seine Ehefrau Octavia verstößt und seinen Mentor Seneca in den Tod schickt. Das Stück ist also kein unschuldiges Liebeslied, sondern der Triumph zweier Liebender, die über Leichen gegangen sind, um zusammen zu sein.
Fotos: © Andreas Herold




Oper (November 2019)
Partie: Monostatos
Die Zauberflöte
von W. A. Mozart
Monostatos ist der zwielichtige Aufseher in Sarastros Reich, der durch seine Boshaftigkeit und seine unerfüllte Begierde nach Pamina charakterisiert wird. Als Außenseiter fühlt er sich aufgrund seiner Herkunft abgelehnt und wechselt im Verlauf der Oper die Fronten zur Königin der Nacht, um seine Ziele zu erreichen.
Die Darstellung des Monostatos stellte eine besondere Herausforderung dar:
Die Figur in Mozarts „Die Zauberflöte“ gilt heute aufgrund tief verwurzelter rassistischer Stereotype des 18. Jahrhunderts als hochgradig problematisch. Unsere Regisseurin wollte -wie es eine zeitgemäße Inszenierung verlangt- diese rassistischen Elemente durch eine neue Deutung entschärfen, indem sie Monostatos als Außenseiter aufgrund seines Charakters darstellte, statt seine Handlungen an seine Herkunft zu koppeln. So kam es, dass Monostatos nicht als schwarzer Sklave, sondern als machtmissbrauchender Hochschuldozent inszeniert wurde, der sich an seinen Schülerinnen vergriff. Es war für mich eine große Herausforderung, jedes Mal aufs Neue eine möglichst unangenehme "Klavierunterrichtsszene" zu erzeugen. Die Regisseurin ließ mir dabei sehr viel Freiheit und setzte lediglich einen Rahmen für den szenischen Ablauf. Der Text variierte von Vorstellung zu Vorstellung und wurde von mir mehr oder weniger improvisiert. Meine Opfer bzw. Spielpartnerinnen (das waren die beiden Pamina Besetzungen) hatten es mit mir also nicht leicht...
Fotos: © Andreas Herold





Operette (Januar 2019)
Partie: Egon von Wildenhagen
Der Vetter aus Dingsda
von Eduard Künneke
Egon von Wildenhagen ist in dieser Operette der klassische, glücklose Verehrer.
Er repräsentiert auf unfreiwillig-komische Weise eine bürgerliche Realität. Die Vormünder von Julia (Onkel Josse & Tante Wimpel) sähen letztere am liebsten mit Egon verheiratet –
vor allem, um Julias Erbe in der Familie zu halten.
Egon bemüht sich mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Tollpatschigkeit um ihre Gunst, wird jedoch ständig zurückgewiesen und ist oft das Opfer von Julias Spott und Desinteresse.
Die Darstellung des Egon von Wildenhagen war für mich aus mehreren Gründen etwas ganz Besonderes:
Es war meine erste große Rolle in einer Oper(-ette)
und das zu einem Zeitpunkt, wo ich noch nicht daran dachte, Gesang zu studieren.
Die vielen spannenden Choreografien, Tanznummern und witzigen Dialoge lockten mich zudem aus sämtlichen Komfortzonen.
Etwas zuvor spielte ich eine kleine Rolle (den Bediensteten) in Nino Rotas Die Nacht des Neurasthenikers.
Dort erkannte der damalige Regisseur der Opernschule der HfM Würzburg meine Freude am Schauspiel und bat mich, die Rolle des Egon in dieser Produktion (sogar ohne Zweitbesetzung) zu übernehmen. Dies bereitete mir so viel Freude, dass ich noch im selben Jahr ein Gesangsstudium mit dem Profil Oper begann.
Fotos: © Andreas Herold








